Pressemeldung an die LN vom 13.Juli 2012

Kücknitzer Bürger und Bürgerinnen entsetzt über die Landesregierung Schleswig-Holstein! Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume genehmigt das Bodenzwischenlager auf dem von der Firma Scheel geplanten Recyclingzentrum an der Travemünder Landstraße

Am 2.Juli 2012 hat das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (die obere Landschaftspflegebehörde im Ministerium) die Genehmigung für das geplante Bodenzwischenlager erteilt. Die Erteilung erfolgte ungeachtet der massiven Proteste Kücknitzer Bürger und Bürgerinnen und ungeachtet der ablehnenden Haltung im Bauausschuss.

Der Beschluss verdeutlicht einmal mehr, dass die Stimmen der Wähler/innen und Steuerzahler/innen nicht zählen und die Politik bereit ist, sich über Bürgerwillen rücksichtslos hinweg zusetzen.

Gerade von der neuen rot-grünen Landesregierung, von der sich die Bürger im Umweltschutz viel versprochen hatten und auch die Aussagen, der Politiker vor der Wahl, insbesondere auch von Ministerpräsident Albig, „sie wollen den Bürger mitnehmen,“ ließ Hoffnung aufkommen. Nun aber sind sie entsetzt. Hoffnungslosigkeit breitet sich aus. Aussagen wie: „Die da oben machen ja, doch was sie wollen!“ sind noch die mildesten.
Es macht sich aber auch Kampfeswillen breit. Bereits bei der Unterschriftenaktion gab es unglaublich viele Helfer. Deren Kampfeswille ist ungebrochen. Weitere Aktionen werden folgen.
Zahlreiche Briefe an die Verwaltung der Hansestadt aber auch an das Ministerium sind ein deutlicher Beleg für die Stimmung hier in Kücknitz!!

Kücknitz sollte wohnenswerter gemacht werden, das haben die Politiker nach dem Niedergang der Metallhütte versprochen. Hiefür flossen öffentlich Mittel in den Bürgerpark, den Bauspielplatz, in „Küknitz Erleben“, usw.
Nun aber wird Kücknitz zum Zentrum für Müll, Schrott und recycelbarem Material, belastet und unbelastet. Bereits heute bestehen mehrere Recyclinghöfen und das geplante zentrale Recyclingzentrum der Firma Scheel wird die bestehenden noch in der Größe und der Vielfalt des Abfalls noch toppen!

Auf 11ha Fläche soll dieses Recyclingzentrum direkt an dem viel befahrenen und einzigen direkten Radwanderweg nach Travemünde entstehen. Es soll belastetes und unbelastetes Material gelagert und weiterverarbeitet werden. Auch soll eine Kompostierungsanlage entstehen. Der Staub, Lärm und Gestank, der von den Brecher- und Schredderanlagen sowie der Kompostierung ausgehen werden, belasten die angrenzenden Landschafts- und Naturschutzgebiete. Mit einer Lärmbelastung von 55 dba wird ein Wohnen in den nahegelegenen Wohnblocks zur Zumutung. Das Grundwasser wird belastet. Damit werden alle Bemühungen zunichtegemacht, Kücknitz attraktiver zu machen.

Wir verweisen ausdrücklich auf zwei höchstrichterliche Urteile in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, in denen ausdrücklich entschieden wurde, Brecheranlagen gehörten in Industriegebiete, und zwar ausschließlich.

Bleibt nur zu hoffen, dass es möglichst viele Widersprüche gegen die jetzige Genehmigung gibt. Weiter bleibt zu hoffen, dass die Proteste und die Wut der Bürger die Politiker in Stadt und Land zum Einlenken zwingt, und sie die weiteren Schritte zur Genehmigung des Aufstellen der Brecher- und Schredderanlage, der Kompostierung sowie der Lagerung und Weiterverarbeitung von belasteten Stoffen nicht zustimmen!!

Lübeck, den 13. Juli 2012
Anwohnerinitiative Kücknitz-kämpft weiter
www.kuecknitz-kaempft-weiter.de

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