Pressemeldung an die LN, aktualisierte Fassung zum 20.07.2012

Pressemeldung

Kücknitzer Bürger und Bürgerinnen entsetzt über die Genehmigung zur Lagerung und Behandlung von Böden und Steinen auf dem geplanten Recyclinghof!

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume genehmigt das Bodenzwischenlager auf dem von der Firma Scheel geplanten Recyclingzentrum an der Travemünder Landstraße. Mehr als 10 000 zusätzliche Lastwagenbewegungen werden durch Kücknitz fahren.

Am 2.Juli 2012 hat das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (die obere Landschaftspflegebehörde im Ministerium) die Genehmigung für das geplante Bodenzwischenlager erteilt. Die Erteilung erfolgte ungeachtet der massiven Proteste Kücknitzer Bürger und Bürgerinnen und ungeachtet der ablehnenden Haltung im Bauausschuss.

Genehmigt wurde eine Annahme von 110 000 t jährlich. Bei 20 t je LKW bzw. Traktor sind dieses 5500 Bewegungen im Jahr. Hinzu kommen noch die Leerfahrten und die Rücktransporte der behandelten Böden. Wie die Fahrzeuge zu fahren haben, ist in der Genehmigung nicht geregelt. Auch ist nicht geregelt, wer für die Verschmutzung der Straßen aufkommt. Aus der Genehmigung ergeben sich weiter Unklarheiten.

Der Beschluss, der offensichtlich im Einvernehmen mit der Hansestadt Lübeck, insbesondere dem Bauordnungsamt und dem Umweltamt stattfand, verdeutlicht einmal mehr, dass die Stimmen der Wähler/innen und Steuerzahler/innen nicht zählen und die Politik bereit ist, sich über den Bürgerwillen rücksichtslos hinweg zusetzen.

Gerade von der neuen rot-grünen Landesregierung, von der sich die Bürger im Umweltschutz viel versprochen hatten und auch die Aussagen, der Politiker vor der Wahl, insbesondere auch von Ministerpräsident Albig, „sie wollen den Bürger mitnehmen,“ ließ Hoffnung aufkommen. Auch die Berichterstattung in den Lübecker Nachrichten über die Bauausschusssitzung, in der der Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes abgelehnt wurde, nährte die Hoffnung, dass die Politik gegen den Recyclinghof ist. Viele der Bürger glauben bis heute, die Sache sei vom Tisch. Bei den anderen breiten sich jedoch Hoffnungslosigkeit, Entsetzen und Wut aus. Aussagen wie: „Die da oben machen ja, doch was sie wollen!“ „ Wir werden nur gefragt, wenn wir wählen sollen!“ „ Kein Wunder, dass die Politikverdrossenheit immer größer wird!“, sind noch die mildesten.

Es macht sich aber auch Kampfeswillen breit. Bereits bei der Unterschriftenaktion gab es unglaublich viele Helfer. Deren Kampfeswille ist ungebrochen. Weitere Aktionen werden folgen. Bereits heute liegen Flyer und Aufkleber „ Kücknitz kämpft weiter Kein Recyclinghof an der Travemünder Landstraße“ in den Geschäften aus.

Darüber hinaus sind zahlreiche Briefe an die Verwaltung der Hansestadt aber auch an das Ministerium ein deutlicher Beweis für die Stimmung hier in Kücknitz!!

Kücknitz sollte wohnenswerter gemacht werden, das haben die Politiker nach dem Niedergang der Metallhütte versprochen. Hiefür flossen öffentlich Mittel in den Bürgerpark, den Bauspielplatz, in „Kücknitz „er“leben“, usw.

Nun aber wird Kücknitz zum Zentrum für Müll, Schrott und recycelbarem Material, belastet und unbelastet. Bereits heute bestehen mehrere Recyclinghöfen und das geplante zentrale Recyclingzentrum der Firma Scheel wird die bestehenden in Größe und Vielfalt des Abfalls noch toppen!

Auf 11 ha Fläche soll dieses Recyclingzentrum direkt an dem viel befahrenen und einzigen direkten Radwanderweg nach Travemünde entstehen. Es soll belastetes und unbelastetes Material gelagert und weiterverarbeitet werden. Auch soll eine Kompostierungsanlage entstehen. Der Staub, Lärm und Gestank, der von den Brecher- und Schredderanlagen sowie der Kompostierung ausgehen werden, belasten die angrenzenden Landschafts- und Naturschutzgebiete. Mit einer Lärmbelastung von mindestens 55 dB(A) wird ein Wohnen in den nahegelegenen Wohnblocks zur Zumutung. Das Grundwasser wird belastet. Damit werden alle Bemühungen zunichtegemacht, Kücknitz attraktiver zu machen.

Wir verweisen ausdrücklich auf zwei höchstrichterliche Urteile in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, in denen ausdrücklich entschieden wurde, Brecheranlagen gehörten in Industriegebiete, und zwar ausschließlich.

Bleibt nur zu hoffen, dass es möglichst viele Widersprüche gegen die jetzige Genehmigung gibt. Weiter bleibt zu hoffen, dass die Proteste und die Wut der Bürger die Politiker in Stadt und Land zum Einlenken zwingt, und sie den weiteren Schritten zur Genehmigung des Aufstellen der Brecher- und Schredderanlage, der Kompostierung sowie der Lagerung und Weiterverarbeitung von belasteten Stoffen nicht zustimmen!!

Die Genehmigung ist abrufbar unter: http://www.kuecknitz-kaempft-weiter.de/

Lübeck, den 20. Juli 2012
Interessengemeinschaft Pöppendorf

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